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Studien-Sesshin

11. März 2022 um 18:00 - 13. März 2022 um 16:30

Samstagvormittag
– Alisa Bach (Liberale Jüdische Gemeinde, Hannover)
Jüdisches Leben: die Mizvot -Gebote- als religiöse Praxis am Beispiel des Schabat

Bewusstes jüdisches Leben ist ein Leben im Auftrag: als Geschöpfe Gottes und als Gemeinschaft, die ihre Existenz als Volk auf die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten als konstitutives Ereignis zurückführt, übernahmen die Juden die Verpflichtung, ihr Leben, das ganz alltägliche Leben, zu heiligen. Der Sinn dieses Lebens wurde bereits in dem göttlichen Anruf an Abraham ausgedrückt: „Und du sollst ein Segen sein“ (Gen 12:2). Im jüdischen Schrifttum -von der hebräischen Bibel über den Talmud, Responsen, Kommentaren und Philosophien- wurde das Konzept der Gebote formuliert und fortlaufend weiterentwickelt; es durchsetzt den Tages-, Jahres- und Lebenszyklus mit verpflichtenden und detailliert ausformulierten Ritualen, die der Bewusstmachung und Erinnerung des grundlegenden Auftrags dienen. Auch wenn sich die verschiedenen modernen Strömungen des Judentums hinsichtlich Interpretation und Praxis der Gebote unterscheiden, bleiben die Gebote -Mitzvot- das Basiselement, ohne das Judentum weder verstanden noch gelebt werden kann.

Nach einem einführenden Vortrag werden kurze Texte zum Schabat aus dem jüdischen Schrifttum gemeinsam gelesen und diskutiert. Den Abschluss bildet ein offenes Gespräch über Fragen zum Judentum allgemein.

9-10 Uhr: Vortrag
10.15-11.15 Textarbeit
11.20-11-45 offene Diskussion

Samstagnachmittag
– Tenzin Peljor (Frankfurt/M.)
Das Umwandeln von Schwierigkeiten und Hindernissen in Liebe, Mitgefühl und Weisheit

Die gewöhnlich intuitive Reaktionsweise auf Hindernisse, Unerwünschtes, Leid oder Schmerz ist Aversion oder Ärger. Der Buddha beschreibt diese Reaktionsweise des unerwachten Weltlings, anhand einer Person, die mit zwei Pfeilen beschossen wird. Das Leid ist der erste „Pfeil“, der uns trifft und die geistige Reaktion verursacht zusätzliches dukkha [geistiges Leid]. Diesen zweiten „Pfeil“ schießen wir selbst ab, durch unsere geistigen Reaktion. Und so fügen wir dem Leid zusätzliches Leid hinzu, obwohl wir gar nicht noch mehr leiden wollen. Es gibt keinen guten Grund den zweiten „Pfeil“ abzuschießen, aber viele gute Gründe, uns von dieser leidhaften Reaktionsweise zu lösen, zu befreien.

Aversion oder Ärger entsteht oft aus (falscher) Erwartungshaltung oder Anhaftung. Diese diese Mechanismen nicht sehend und verstehend, bleiben wir im konflikthaften Spiel der aus Unwissenheit geborenen Abneigung und Anhaftung gefangen.

In der Mahayana-Geistesschulung übt man nicht nur, sich dieser Mechanismen bewusst zu werden und durch die Praxis der Geduld (kṣānti), die leidhafte mentale Reaktionsweise (den „zweiten Pfeil“), zu stoppen; sondern, auf der Praxis der Geduld aufbauend, macht man sich Leid, Hindernisse und Probleme zu nutze, um die Qualitäten von Liebe, Mitgefühl und Weisheit anwachsen zu lassen.

So heißt es bei Shantideva im Bodhicharyavatara:

„Was auch [an Widrigkeiten] kommen mag; meine Heiterkeit werde ich nicht erschüttern lassen.“ (6.09)

und

„Zudem hat das Leiden weitere Vorzüge: Die Ernüchterung vertreibt den Hochmut, und mit den Wesen im Kreislauf entsteht Mitgefühl. Vor schlechten Taten scheut man sich, und an heilsamen Handlungen entsteht Freude.“ (6.21)

In dieser Studieneinheit werden wir uns dem Unwandeln von Schwierigkeiten und Leid in geistiges Wachstum widmen. Neben Erklärungen, werden Meditationen angeleitet und es wird Raum für Diskussion geben.

Sonntag
– Dagmar Doko Waskönig
Die Hua-yen-Lehre – ein wesentlicher Background für die Weltsicht des Zen

Als  betont praxisorientierter Übungsweg hat Zen (chin. Chan) keine spezielle Philosophie ausgebildet. Doch übten  die in China vorhandenen Lehren einen  maßgeblichen Einfluss auf die Sichtweise der Welt und des Lebens aus – namentlich Madhyamika und die Hua-yen-Lehre. Letztere wird zuweilen als Höhepunkt der buddhistischen Philosophie in China bezeichnet. Insbesondere die Themen der wechselseitigen Abhängigkeit  aller Dinge und Phänomene sowie die kosmische Ausweitung der Weltsicht können als den Zen prägend angeführt werden. Einige Aspekte der Lehre von Fa-tsang, dem 3. Dharma-Ahnen der Hua-yen-Tradition werden zudem vorgestellt.

Kursgebühr: 110 Euro
(inkl. Verpflegung und – falls gewünscht – Übernachtung)
Anmeldung für einzelne Vorträge möglich. In diesem Falle kann der Spendenbeitrag individuell vereinbart werden.

Anmeldung per Mail: Anmeldung
Fragen Sie bei Unklarheiten gerne nach.

Details

Beginn:
11. März 2022 um 18:00
Ende:
13. März 2022 um 16:30

Veranstaltungsort

Zen Dojo Shobogendo
Vahrenwalder Straße 34
Hannover, 30165 Deutschland
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